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Hörig werden – wie ist das eigentlich?

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Von der Fotografin Dora Maar wird berichtet, sie sei dem Maler Picasso hörig gewesen und aus diesem Grund sei sie in die Psychiatrie gekommen, währen der englische König Eduard VIII von einer gewissen Wallis Simpson „hörig“ gemacht worden sein soll. Doch halt – eigentlich war es in all diesen Fällen keine Hörigkeit, sondern nichts als die Liebe, die solche Konstellationen hervorrief: Menschen begegnen sich, verlieben sich „Knall auf Fall“ ineinander und trennen sich möglicherweise auch wieder einmal. Aber Hörigkeit ist es nicht.

Jeder, der einen anderen Menschen liebt, macht sich von ihm ein wenig abhängig. Es gibt keine Beziehung zwischen Liebenden, in der man nicht irgendetwas aufgeben würde. Hier ist es ein Stück Freiheit, dort ein Stück Unabhängigkeit – und letztendlich tut man es gerne, weil ein neues Wort wichtig wird: „WIR“. So gut wie alle jungen Paare haben es erlebt: Das WIR ist das neue Zauberwort im Leben eines Paares: „Wir kaufen uns eine Wohnung, wir ziehen das Stadtleben dem Landleben vor, wir sind der Ansicht, dass …“.

Hörigkeit ist etwas ganz anderes. Es bedeutet die Illusion zu lieben, geliebt zu werden. Mit anderen Worten: Man möchte gerne endlich jemanden lieben, und also bildet man sich ein, jemanden zu lieben. Möglicherweise trifft man dann auf einen anderen Menschen, dem die gerade recht ist: Von Menschen mit Illusionen kann man viel bekommen – zum Beispiel aufregenden Sex. Man kann auch versuchen, diese Personen zu manipulieren, üblicherweise mit der Methode: „Wenn du weiterhin bei mir bleiben willst, dann musst du auch …“ Nach diesem „Auch“ folgt dann etwas, das man bei jedem anderen Menschen ablehnen würde, aber man tut es eben für das Objekt, auf dass man all seine Wünsche projiziert hat: den Partner, von dem man nach und nach immer abhängiger wird.

Dar große Haken an der Sache: Man wird nicht zurückgeliebt. Was ein Partner, der hörig sein will, zu bieten hat, wird genommen – und zurückgegeben wird nichts.

Man sagt: Wenn man jemanden wirklich liebt und auch zurückgeliebt wird, kann man nicht hörig werden. Hörig werden kann nur, wer in einen Zustand verliebt ist, aber nicht in die Person selbst. Im Zweifel fragst du dich einfach: Was weiß ich wirklich von der Person, die ich glaube zu lieben? Was habe ich ihm schon gegeben, wofür ich mich eigentlich schäme? Schreib es einfach auf – es hilft oft – und nicht nur bei Hörigkeit.

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Psychologie
veröffentlicht am: 2. November 2009 (RSS 2.0, trackback
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