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Jäger und Gejagte – was ist dran am Rollenwechsel?

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Als ich als junger Mann zum ersten Mal ein für damalige Verhältnisse sensationelles Problemlösungsseminar besuchte, gab der Seminarleiter seinen Teilnehmern einen selten guten Tipp mit auf den Weg:

Wenn Sie dann eine Lösung haben, die allen Kriterien der Kunst entspricht, die Sie soeben gelernt haben – dann setzen Sie sich einen kurzen Moment hin und fragen Sie sich: ’Und was würde der Hausmeister dazu sagen?’ Wenn Sie danach immer noch sicher sind – dann wenden sie die gefundene Lösung an“.

Gerade haben wir gehört, dass sich bei der Partnersuche angeblich ein Rollenwechsel anbahnt – der Mann wird zum Jagdwild, die Frau zur Jägerin. Da könnten wir uns doch mal fragen – stimmt das auch für die Putzfrau, den Hausmeister und die Bäckereiwarenverkäuferin?

Mal schön der Reihe nach: Theoretisch kann sich eine junge Frau erst seit ungefähr hundert Jahren ihren Mann selbst suchen und mit ihm ein Leben führen, was ihr selbst gefällt. Praktisch ist dies aber sogar erst seit etwa 50 bis 30 Jahren möglich – zu dieser Zeit ersetzte nämlich der Frauenberuf die bis dahin noch sehr wichtige Aussteuer, Mitgift oder finanzielle Unterstützung der Eltern.




Erst durch die Berufstätigkeit, insbesondere in den Büroberufen, ergab sich dann auch ein neuer Heiratsmarkt – die Frau war viel mehr in der Öffentlichkeit, mehr im „Angebot“, denn waren es früher nur die „kleinen Kreise“, die ihre Partys eher hinter verschlossenen Türen feierten, so öffnete sich nun der Alltag für den Flirt.

Die allerneueste Zeit bringt abermals eine Änderung: Einzelne Frauen sind jetzt mächtig – und sie nutzen diese Macht. Die moderne Managerin lebt in jungen Jahren eine Weile „à la Carte“, wie es früher die Männer taten – und sie siebt sorgfältiger als je zuvor aus, wenn es um einen Ehekandidaten geht. Das muss sie auch – schließlich will sie zu Hause alles in Ordnung wissen, wenn sie in Rio gerade die dortige Filiale ihres Arbeitgebers inspiziert.

Nur – sie ist nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Die meisten der heutigen, gebildeten Frauen suchen auf einer Ebene, die sich am besten mit „von gleich zu gleich“ beschreiben lässt – wobei die Zutaten nach wie vor Flirt, Liebe, Lust und manchmal Leichtsinn sind.

Lasst es mich auf den Punkt bringen. All diese Frauen jagen nicht wirklich Männer. Sie verhalten sich ein wenig anders als früher, sind offener und manchmal auch offensiver – und das ist gut so. Die jagenden Wildkatzen, die ihre spitznägeligen Pranken in das Frischfleisch von jungen Bubis im Spätteener-Alter stürzen, sind noch Einzelfälle- und sie werden es auch bleiben. Wenn man es genau nimmt, dann ist ihr Verhalten nicht einmal neu: So manche Frau hatte sich in den männerarmen 1950er Jahren mal einen Studenten gegönnt – warum schließlich auch nicht?

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 31. Mai 2008 (RSS 2.0, trackback
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