Liebe auf den ersten Blick – fauler Zauber?
Viele Menschen – vor allem aber Frauen – reagieren abwehrend, wenn man ihnen sagt, dass fast alle romantischen Liebesbegriffe fauler Zauber sind – unter anderem auch die „Liebe auf den ersten Blick“.
Da fragt sich doch: Was ist denn damit los? Kein verträumtes Lächeln mehr, wenn man der Freundin später verzählt: „Du, es war Liebe auf den ersten Blick – ich habe ihn gesehen und sofort gewusst: Das ist der Mann, den ich will“?
Nun, erzählt die Geschichte ruhig so weiter – vorausgesetzt, ihr glaubt sie selbst. Die Leute hören romantische Liebesgeschichten gerne, und wer gut und schnell schreiben kann, der wird manchen Euro damit verdienen können. Nur – viele Wissenschaftler sagen, dass „Liebe auf den ersten Blick“ Blödsinn ist. Je mehr man sich nämlich an die Gehirnfunktionen herantastet, umso mehr erkennt man: Unser Gehirn ist alles andere als eine perfekte Erinnerungsmaschine. Das Hirn funktioniert einfach nach „der besten Praxis“ – das heißt, es bewahrt Dinge erst mal ein bisschen auf und entscheidet dann, ob man sie schnell wieder vergisst oder nicht.
Vom Zeitpunkt des „ersten Eindrucks“ bis zu dem des „Verliebens“ vergeht aber meist einige Zeit, in der allerlei passiert – nur das wird im Hirn dann einfach „in den Papierkorb gelegt“ – und was bleibt, ist das zauberhafte romantische Gefühl, das uns die romantischen Seufzer entlockt.
Auch Sozialwissenschaftler sind selten der Meinung, dass die „Liebe auf den ersten Blick wirklich funktioniert. Gerade sagte der renommierte Wissenschaftler und lebenskluge Mensch Professor Dr. Manfred Hassebrauck (Zitat):
„Liebe auf den ersten Blick – vor allem im Online-Dating – ist eher unwahrscheinlich, und wenn es denn doch passiert, besteht die Gefahr, dass dadurch unser Blick auf den Anderen getrübt ist“.
Ja, liebe Freundinnen – da habt ihr einen Satz zum Nachdenken. Irgendwie scheint es mit der „Liebe auf den ersten Blick“ so zu sein: Hält die Begegnung, was sie verspricht, so konstruiert man sich später ein Liebesmärchen – geht sie aber wieder auseinander (zum Beispiel, weil der Wundermann verheiratet war) dann fließen die Tränen in Strömen.
Wollt ihr jetzt wirklich noch einen Tipp? Na, dann nehmt diesen mit Humor: Auch mit diesen Tränen kann man manchen Euro verdienen, wenn man Bücher schreibt.
Foto: © cc 2008 by stylish jo
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 26. November 2008 (RSS 2.0, trackback)



