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Traumfrau verpiss dich – keiner vermisst dich

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Die „Traumfrau“ war einst in aller Munde. Die Boulevardpresse schob sie als blonde, blauäugige, makellose Frau mit Sexmagazin- und Parkettfigur auf den Titelblättern und auf Seite drei herum wie auf einem Schachbrett, und selbst die Datingbranche war sich nicht zu Schade, die Traumfrau zu strapazieren: „Finde deine Traumfrau jetzt“, heißt es dort sinngemäß, denn sie ist ja, wie bekannt, „nur einen Mausklick entfernt“. Immerhin nennt Google den Begriff Traumfrau satte 856.000 Mal.

Kluge Männer über 30 interessiert die Traumfrau kaum – es sei denn, im „Playboy“ oder im Traum. Die sogenannten „Wissenschaftler“, die festgestellt haben wollen, dass alle Männer auf solche Frauen heraufbrummen wie die Fliegen auf die Pferdeäpfel dürften ohnehin falsch liegen: Diese Frauen werden gerne begafft, und man flirtet auch gerne mit ihnen – doch was bitte, will man mit einem Traum im Alltag?

Meistens ist es so: Der Mann, der sie nimmt, will sie herumzeigen wie eine Trophäe: Siehe, ich kann sie mir leisten. Er genießt, wie andere Männer ihn bewundern, er bittet sie sogar, besonders viel nackte Haut zu zeigen, damit die anderen Männer erblassen. Er genießt die Blicke, die gierend an ihren Brüsten haften: „Ja, alles meins – so wie mein Porsche“.

Lassen wir ihm sein Glück. Solch eine Frau ist nicht nur zu Anfang teuer, sondern auch auf Dauer, und sie weiß in der Regel, das sie schön ist und damit viel erreichen kann – und schließlich weiß sie auch, dass jederzeit andere Männer verfügbar sind, wenn der Geldstrom des Ehemannes einmal versiegen sollte.

Sicher – es gibt sie, die Schönen, Klugen und Verlässlichen in einer Person. Aber sie sind erstens eine Rarität, und zweitens zurückhaltend. Sie wissen, dass ihre Schönheit andere verblendet, und bieten sich deshalb nicht öffentlich als Lustobjekt an.

Männer, die ihren Kopf dazu haben, um zu planen und eine Ehe deshalb eingehen, um langfristig miteinander Freude zu haben, heiraten keine Traumfrauen. Wer sich also als solche anbietet (auch unter ähnlichen Namen) disqualifiziert sich als ernst zu nehmende Partnerin – Prolos und Lotterbetten sind ungefähr das, was sie erwarten darf. Also: Traumfrauen. Verpisst euch – keiner vermisst euch. Es sei denn, Prolos und Betthäschensucher.

Was meint ihr?

Foto: © 2007 CC by pocelaingirl

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft
veröffentlicht am: 23. Februar 2009 (RSS 2.0, trackback
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