Verführerinnen– Hauptsache, das Ziel wird erreicht
Verführerinnen gab es schon immer – jedenfalls in der geschriebenen Geschichte, von der Bibel über die Mätressen diverser Fürsten und Könige bis hin zur sorgfältig kalkulierenden „ständigen Begleiterin“ der 50er Jahre. Das Ziel war nicht, einen Mann für eine Nacht im Bett zu haben. Vielmehr ging es der Verführerin alter Zeit um Macht, Einfluss, Prestige und nicht zuletzt um Geld – zumeist um sehr viel Geld, das man sich auf leichte und legale Art eben nur bei den Reichen durch den geschickten Einsatz von Schönheit, Liebeskunst und Klugheit beschaffen konnte.
Natürlich gibt e sie immer noch, diese Verführerinnen. Sie existiere nach altem Muster weiter als „Freundinnen“ oder „Geliebte“, werden als „Sekretärinnen“ oder „Haushälterinnen“ durchgeschmuggelt und wenden immer noch Klugheit und Liebeskunst an, um möglichst viel Geld von Konto des Partners auf das eigene umzuleiten.
Inzwischen allerdings hat sich eine neue Art von Verführerinnen herausgebildet: Frauen, die Männer in erster Linie suchen, um an ihnen Vergnügen zu haben, sie auszukosten und bei fehlender Bettqualität auch wieder fallen zu lassen. Die meisten von ihnen wollen keine Beziehungen, sagen, sie hätten gar keine Zeit dafür. Manche lächeln, wenn man sie fragt, und sagen, sie würden eben „à la carte“ leben.
Die meisten Verführerinnen dieser Art hätten auch am gewöhnlichen Partnermarkt die größten Chancen – sie sehen gut aus, haben ausgefeilte Umgangsformen, soziale Fähigkeiten und ein überdurchschnittliches Einkommen. Aber sie wollen eben nicht.
Sind sie wirklich Verführerinnen? Manche machen keinen Hehl daraus, dass sie es sind: Sie picken sich Männer auf und verführen sie nach allen Regeln der Kunst. Andere geben dem Mann die Illusion, selber der Verführer zu sein – „es kommt doch nicht darauf an, was er meint, sondern ob ich mein Ziel erreiche“, sagte mir eine Freundin um die 30 einmal, die so lebt.
Frauen über 40 jagen manchmal sehr offensiv – man nennt sie nicht von ungefähr „Cougar“ – und sie sind auch nicht so wählerisch, wenn der Mann nicht tageslichttauglich ist – schließlich braucht sie ihn am Tage ja auch nicht.
Männer wollen sich manchmal „erkenntlich zeigen“ und geben kleine Geschenke – daran können sich manche der Damen nur schwer gewöhnen. „Ich nehme nicht Verpflichtendes“, sagte mir die bereits erwähnte Dame – also keine Geschenke, die mehr als tausend Euro kosten? Die Dame, die ich fragte, richtete sich sichtbar auf ihrem Stuhl auf: „Darüber spricht man niemals“, sagte sie mir mit einem hintergründig-stolzen Lächeln.
Der Macker macht die Tusse an – oder doch nicht?
Flirtsprüche: Hey, du riechst heute so gut – läuft was?
Bild: Dante and Beatrice’, 1883, von Henry Holiday
Kategorie(n): Flirttipps im Alltag, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 7. September 2008 (RSS 2.0, trackback)



