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Die Bar – (k)ein Platz zum Kennenlernen?

Ihr habt es sicher schon hundertfach gelesen: ach, du willst eine tolle Frau kennenlernen? Dann gehst du am besten in eine Bar. Oh ja, die Bar: das ist ein Ort, um den sich Geschichten ranken – wisst ihr noch, damals, als Jenny einem Gast einfach mal so auf dem Barhocker … völlig geräuschlos? Natürlich, und einmal ist sogar ein Dollarmillionär mit der Chefbardame abgehauen … das alles erzählt man sich so, an der Bar. Die meisten Geschichten stammen aus der Zeit, als man die Spendierhosen noch daran erkennen konnte, dass sie Champagner für alle ausgaben, teure Zigarren rauchten und sich einen Whisky ausschenken ließen, der genau auf der heutigen Volljährigkeitsgrenze lag.

Aber heute? Es gibt kaum einen Ort auf dieser Erde, an dem man intensiver mit sich selbst beschäftigt wäre wie in einer Bar. Man zelebriert seine Einsamkeit, ohne sie zu beklagen. Man trifft vielleicht den Konsul von Kolumbien oder einen berühmten Dirigenten – inkognito. Manchmal, freilich, trifft man auch eine Frau, und gelegentlich ist sie sogar frei und bereit, „mitzugehen“, und wer viel Glück hat und eine aufgetakelte Managerin einer Werbeagentur von einer dezent gekleideten Hotelhure unterscheiden kann, der wird die Liebesnacht möglicherweise sogar kostenlos genießen dürfen. An Hotelbars, so ist die Regel, sind alle Damen erst einmal Damen, und sonst gar nichts. Ich habe einmal eine Hotelbar erlebt, an der die Huren demonstrativ Zimmerschlüssel auf die Hotelbar legten, um zu zeigen, dass sie keine Huren waren, sondern Gäste – nichts ist unmöglich.

Wer sich an die Tipps erinnert, die er im kleinen Lehrbuch des Aufreißers gelernt hat, ist verloren: Man muss niemanden herauslösen aus dem Pulk, weil es keinen Pulk gibt. Wer willig ist, wissen im Prinzip die Barfrauen oder der Barkeeper, weil sie sehen, welche Damen „häufiger unsere Gäste sind“, aber die sagen es nicht. Ein Lächeln fliegt schnell einmal über die Bar, und noch schneller ist es eine Bettbekanntschaft für eine Nacht angebahnt – wenn die Damen Interesse haben. Weibliche Gäste, die keine Hotelgäste sind, haben allerdings fast immer Interesse – sie gehen an diese Bars, um sich einen Mann zu kapern.

Die echte „Eroberung“ an der Bar? Sie ist selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. Die Sache mit der Eroberung der weiblichen Barfliege verhält sich ungefähr so, als wolle man einen General ehren, der in eine Festung ohne Widerstand einmarschiert ist. Sicher, was ich schreibe, gilt für Hotelbars, nicht für jede Bar. Aber wenn ihr in eine Bar geht – genießt die Möglichkeit, einmal ganz gepflegt einsam zu sein – und wenn ihr Glück habt, dann redet sogar jemand mit euch.

Bild © 2006 by cesar bojorquez

Nach Anregungen der Schweizer Zeitschrift kinki (Feb./März 2011)

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Erotik, Flirttipps online
veröffentlicht am: 6. März 2011 (RSS 2.0, trackback
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