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Liebe – die neue Religion?

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Zumeist reiße ich mich ja zusammen, bevor ich etwas als „Tinnef“ bezeichne. Aber was uns da gerade seitens gewisser Säulenheiliger angeboten wird, das schmeißt den stärksten Eskimo von Hundeschlitten: Liebe ist die neue Religion.

Das klingt dann ungefähr so: In der Gesellschaft kann sich der Einzelne „allein in Liebe und Partnerschaft noch als Ganzes“ erfahren und deshalb ist die „Liebe, wie wir sie heute kennen“ an die Stelle der Religionen getreten, ja mehr noch „ohne sie könnte die Zivilisation des Westens nicht existieren.“

Mir liegt in solchen Situationen immer auf der Zunge zu fragen: „Hätten Sie es nicht eine Nummer kleiner. Mann?“ doch die Leute, die ich meine, handeln nicht mit Kleinkram: Dick muss alles aufgetragen werden, dann kommt es auch rüber ans Volk, wo es ja hinsoll, und vor allem steigt dann die Auflage einschlägiger Bücher.

Was ich selbst dazu meine? Die Liebe ist schon von viel zu viel Menschen vereinnahmt worden, ist seziert, eingetütet, klassifiziert und abgestempelt worden. Bei jedem dieser Prozesse sollte sie aufgewertet werden – und wurde in Wahrheit abgewertet und instrumentalisiert. Der „Code des Herzens“ ist ein weiterer Versuch, dies es zu tun, und er ist gegenwärtig nicht der einzige dieser Versuche. Es gab Vorgänger, und es wird voraussichtlich weitere Nachahmer geben.

Die Menschen dieser Tage nehmen sehr schnell hin, was ihnen „plausibel“ erscheint. Daher wird auch die neue Meinung, Liebe sei eine Art Religionsersatz, von Kritikern gelobt. Doch die Liebe ist etwas ganz anderes: Ein Gefühl, das nur euch da draußen gehört, das nur ihr bestimmt, und auf das weder die Staatsmacht noch die Macht der Eliten Einfluss nehmen darf. Es ist euer Recht, abzulehnen, was über euch und eure Liebe behauptet wird – im guten wie im Bösen. Der komplexe Liebescode ist entschlüsselt? Da kann ich nur hohnlachen. Ich habe meinen Schlüssel jedenfalls noch, und er passt nur zu meinem Schloss.

Bild © 2009 by Kelvin Dooley

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Kurioses & Fun, Psychologie
veröffentlicht am: 26. April 2010 (RSS 2.0, trackback
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