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Die Liebe – ein Restrisiko bleibt immer

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Mutter Natur hat einen sehr simplen, aber wirkungsvollen Trick, uns aus dem süßen Nichtstun herauszureißen: Hunger und Durst treiben uns hinaus auf den Acker, zum Brunnen und auf die Pirsch, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen, doch damit ist das Wichtigste nicht abgedeckt: die Fortpflanzung. Für sie hat die Natur geballte Drogenschübe in unseren Organismus vorgesehen, die sich praktisch bei jeder sich bietenden Gelegenheit ins Gehirn ergießen können, um dort den Liebesrausch auszulösen.

Gefährliche Liebschaften“ war denn auch das Thema einer Sendung des SWR, in die Talkmaster Wieland Backes sehr unterschiedliche Gäste geladen hatte: Spektakuläre und ausgesprochen Profane. Um es gleich vorwegzunehmen – die Mischung zahlte sich nicht aus, denn wie Lust und Leidenschaft wirken, wurde nicht deutlich. So verkam denn diese Veranstaltung zu einer dramatisch aufgepeppten Abendunterhaltung, deren Nabelschau einerseits peinlich wirkte und deren Inhaltslosigkeit andererseits Gähnen verursachte.

Indessen wurde etwas Anderes klar: Die Liebe, insbesondere aber das Liebesabenteuer, ist immer wieder ein Wagnis, das trotz äußerlicher und innerlicher Widerstände immer wieder eingegangen wird. Im Zweifel zählt weder die Ehe, noch die Familie, noch die Freundschaft zu anderen. Die Liebe erhebt sich über Einwände, moralische Bedenken und sogar religiöse Schranken. Man kann es auch so sagen, wie es der Paartherapeut Dr. Arnold Retzer, einer der wenigen erhellend argumnetierenden Menschen dieser Runde ausdrückte: „Der Mensch hat eine Grundsehnsucht nach Liebe, die alle Grenzen sprengen kann.“

Unsere Kultur hat häufig versucht, die besonders hell lodernden Liebesflammen einzudämmen – gelungen ist es ihr nie. Wen die Leidenschaft packt, der ist möglicherweise verloren – jedenfalls auf Zeit. Doch was soll man nun denjenigen raten, deren Verstand mindestens zeitweilig zugunsten der Lust ausgesetzt hat?
Mindesten dies: Genießen, was man daran genießen kann, niemals einem Dritten einweihen, immer „Safer Sex“ zu praktizieren und zu versuchen, das Gleichgewicht im übrigen Leben auf einem erträglichen Niveau zu halten.

Das Risiko, uns haltlos zu verlieben, ist die Chance, wundervolle, genuss- und lustvolle Momente zu erleben – wer sich dies entgehen lassen will, nur weil ein Risiko damit verbunden ist, lebt armselig. Wer andererseits vergisst, wer er selbst ist und sich nicht mehr im Spiegel ansehen mag, lebt unbefriedigend. Wie immer liegt die Königslösung irgendwo dazwischen: Sich an die Höhepunkte der Lust zu verlieren, ist das Gebot der Liebe – sich dabei nicht selbst zu vergessen, ist das Gebot des Lebens.



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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Rund um die Liebe, Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 25. Oktober 2008 (RSS 2.0, trackback
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