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Erotische Sadisten und Sadistinnen – selten und sehr wählerisch

Echte Sadistinnen und Sadisten sind selten – gemeint sind Menschen, die ihre sexuelle Lust weitgehend dadurch gewinnen, dass sie andere Menschen herabwürdigen oder ihnen Schmerzen zufügen. Soweit jedenfalls die Theorie. Indessen ist die Freude an erotisch motivierten Qualen lange nicht so verbreitet wie die Freude am Quälen.

Doch halt – so sehr es manche Frauen und Männer danach drängt, Macht über andere auszuüben, so ist doch fraglich, ob sie daraus sexuelle Lust beziehen. „Macht und Unterwerfung“ haben im sozialen Verbund durchaus ihren Platz, wie ich es bereits in meinem Beitrag über die Masochisten andeutete. Aber zum Sadismus gehört mehr als die Natur uns vorgibt: Er bedeutet, dem Unterworfenen auch dann noch Leiden und Schmerzen zuzufügen, wenn sich dieser längst in seine Rolle gefügt hat. Das ist unnatürlich und widerstrebt deshalb nahezu allen Menschen, außer gewalttätigen Rowdys, Verbrechern und – echten Sadisten.

Wer im Gefüge erotischer Rollenspiele einen Sadisten geben will, darf im Grunde genommen keiner sein. Die Rolle verlangt Sensibilität, gepaart mit Konsequenz , sie verträgt aber keine unkontrollierten Gefühlsausbrüche. Frauen und Männer, die „Sadist“ als Rolle wahrnehmen, müssen sich also genau kontrollieren können, und Kontrolle über sich zu haben und Sadist zu sein (und nicht etwa: zu spielen) widerspricht sich.

Kein Wunder, dass der „Korrekte Sadismus“ nur von wenigen Menschen ausgeführt werden mag – am besten eignen sich deshalb Menschen, die äußert glaubwürdig, gleichwohl aber auch ausgesprochen diszipliniert die Rolle des Sadisten spielen können. Frauen wie Männer müssen sich also zumeist „in die Rolle versetzen“ – auch sogenannte „Lifestyle-Dominas“, die dergleichen gegen Geld praktizieren.

Außerhalb des Rotlicht-Milieus gibt es nur wenige Frauen und Männer, die im sexuellen Sadismus tatsächlich eine Erfüllung sehen und die dennoch nur das tun, was ihren Gespielinnen oder Gespielen gefällt. Diese Personen sind zumeist heiß begehrt, sodass sie sich aussuchen können, mit wem sie sich „abgeben“ wollen. Gelegentlich spielen sie diese Tatsache auch deutlich gegenüber den Frauen und Männern aus, die ihnen bereits dienen.

Was Dating angeht, so kann ich nur vor den Personen warnen, die selbst völlig unerfahren sind, aber vehement nach „Sklavinnen“ oder „Sklaven“ suchen. Die meisten von ihnen wollen eine „schnelle Unterwerfung“ erreichen, bevor der Partner merkt, auf was er sich wirklich einlässt: Auf einen Möchtegern-Sadisten eiern erbarmungslosen Trickser, einen harmlosen Irren oder gar auf einen gefährlichen Triebtäter.

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Erotik, Psychologie, Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 19. September 2014 (RSS 2.0, trackback
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