Experten & Singles schreiben über Flirt, Dating & Verlieben
Im Test:
SinglebörsenPartnervermittlungenSeitensprungagenturen

Lieber „Generation Porno“ als verlogene Sexualität

nackte_wilde.jpg

Ich wundere mich jedes Mal, wenn einer unserer heutigen Moralapostel über die Jugend spricht, die von den Medien ja sogar als „Generation Porno“ abgewertet wird.

Dazu muss ich einfach mal sagen, dass ein sogenannter „wohlerzogener“ Bürgersohn gegen 1900 (und leider auch wieder gegen 1950) kaum jemals den Körper einer nackten Frau zu sehen bekam. Zeitungen, Zeitschriften und sogar Bildbände unterlagen einer strengen Zensur – und wenn der Großvater wirklich eine Frau nackt sehen wollte, so musste er sich mit Abbildungen von Frauen aus „Neu-Mecklenburg“ zufriedengeben, wo man “die Weiber der Eingeborenen” zu sehen bekam, die man aus “wissenschaftlichen” Gründen auch nackt zeigen durfte.

Was den Männern verwehrt war, war den Frauen erst recht unmöglich: einen nackten, erwachsenen Mann zu sehen, bedurfte es einiger Verschlagenheit – am besten war es noch, man entführte einen Jungen, bedrohte ihn, falls er darüber sprechen würde, und zog ihn in einer Ruine oder einem entlegenen Gebüsch aus – aber diese Jungen waren eben leider nicht erwachsen, und so gab es eben nicht ganz so viel zu sehen, wie man sich erhoffte. Wollte ein junges Mädchen die Liebe selbst kennenlernen, musste sie sich als „Liebchen“ an einen geheimen Ort stehlen, wo sie mit ihrem Liebhaber allein sein konnte – aber das bedeutet in der Regel nur küssen, kosen und einige verschämte Berührungen. Es „zum Letzten kommen zu lassen“, wie man sich noch in den 1950er Jahren ausdrückte, war zumeist völlig inakzeptabel. Der Grund dafür war übrigens nicht moralischer Art: Während die Mädchen gegen 1900 neben dem Verlust der Jungfräulichkeit auch den die damit schwindenden Heiratschancen befürchten mussten, war es 1950 vor allem die Angst vor einem Baby, die junge Mädchen daran hinderten, sich ihren Liebsten ganz und gar hinzugeben. Man sprach bei den Mädchen der Jahrhundertwende um 1900 von „Halbjungfrauen“, weil ihre Liebhaber bei ihnen alles duften – außer „dem Einen“.

Sagt selber – wer möchte diese Zeit einer kranken, unterdrückten Sexualität noch einmal erleben?

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
  • Blogplay
von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Kuss, Küssen, Küsse, Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 23. April 2010 (RSS 2.0, trackback
)

Ähnliche Beiträge

Eine Frau aus dem Norden gefällig?

Dein Weg zum jüngeren Liebhaber

Wie lernt man eigentlich Sex?

Cougar – kein Kulturtrend, eher eine Sexsache

Du willst es doch auch, mein Schatz?

Warum auch Frauen flirten lernen sollten

Heikle Liebesdinge – “Paar sucht”

Liebe, Liebe – nichts als Liebe?

Nachtgedanken zur Frauenliebe

Bist du ganz Frau, ganz Mann?

Sex und Erotik Forum und Chat