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Truth or Dare – versexte Wahrheit oder Pflicht

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Was zeichnet eigentlich wirklich „Truth or Dare“ aus? Nun, für alle, die es überhaupt nicht kennen: Das ist Flaschendrehen mit Nervenkitzeleffekt. Der Witz daran ist, dass man Menschen bloßstellen kann, ohne das sie es merken und auch noch Spaß dabei haben. Freilich klappt die Sache mit ein paar Gläsern Sekt oder Cuba Libre besser – denn wenn die Zungen erst mal extrem locker sind und die ersten Hemmschwellen überwunden, dann klappt es auch besser mit dem versexten Seelenstriptease.

Aber mal der Reihe nach: Es gibt ein paar Dutzend Varianten, aber die mit dem Flaschendrehen ist die wildeste: Derjenige, auf den die Flasche zeigt, bekommt von demjenigen, der zuvor „dran“ war, eine Frage gestellt. Beantwortet er sie zufriedenstellend, ist die Sache gegessen – aber das ist viel zu langweilig. Viel besser ist, wenn er sich weigert und die „Dare“-Version gewählt wird – dann muss er nämlich etwas Peinliches tun. Klar, dass dies insbesondere Sexanfänger mehr begeistert als so blöde Fragen wie „wann hattest du den ersten Sex im Freien“? Da macht sich schon besser: „Mach eine Brust frei und bitte einen Teilnehmer deiner Wahl, sie zu lutschen“.

Die Sache ist so frivol, weil sie genau in dieser Art von bereits Teenagern betrieben wird, die im Internet nach immer neuen Vorschlägen für „Truth“-Fragen oder „Dare-Anforderungen“ suchen. Google kennt alleine 1.330.000 Seiten, die derartige Informationen bieten. (Suchanfrage: „truth or dare questions“). Lustigerweise steht auf den Seiten immer zuerst, dass dieses Spiel auf keinen Fall von Minderjährigen gespielt werden darf, obwohl Teenager eine beliebte Zielgruppe für derartige Seiten sind.

In Deutschland heißt das Spiel meistens „Wahrheit oder Pflicht“, und es wird manchmal als Brettspiel oder Spiel mit Ereigniskarten verkauft. Es liegt auf der Hand, dass solche „Spiele der Erwachsenen“ gegen die Realität von „Truth or Dare“ eher Sandkastenspiele sind, denn wenn man jemandem einmal gehörig bloßstellen will, eignet sich nichts besser, als ihn bewusst in eine wirklich peinliche Situation zu bringen.

Foto: © 2005 by Mike Burns

von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Kurioses & Fun
veröffentlicht am: 26. August 2009 (RSS 2.0, trackback
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