Sex – was alles falsch läuft mit den Vorstellungen
Jede Generation hat ihre Informationen über Sex aus „falschen Quellen“ bezogen – wenn heute irgendwelche Wichtigtuer aus Kirche oder Gutmenschenschaft behaupten, dies sei einmal anders gewesen, dann haben sie entweder etwas wenig Weitblick oder aber sie benötigen Nachhilfeunterricht in Geschichte.
Ein bisschen Nachhilfe gefällig? Ende des 18. Jahrhunderts schrieb ein Chronist:
„Einige der Mädchen (gemeint waren Huren) machen sich durch elegante Kleidung, noch öfter aber durch die unanständige Bloßstellung ihrer verführerischen Reize bemerklich. Die Töchter eines Handwerkers, eines Bürgers wohl gar … fühlt ein Verlangen, ihr gleich zu sein; es ist allerdings noch schwach aber wird schon an Stärke gewinnen und ihr eines Tages vielleicht die Bahn des Lasters öffnen.“
War es in den 1950-er Jahren die schlampige Barackenbewohnerin, die in den verbliebenen Trümmergrundstücken junge Männer „aufklärte“, so waren es in den 1970er Jahren die bösen Pornomagazine, und heute sind es eben bestimmte Internetseiten, die als Wurzel allen Übels angesehen werden. Es scheint, als würden diese dümmlichen Behauptungen niemals aufhören - abgesehen davon, dass die vereinte Gutmenschenschaft nicht einmal Alternativen bereithält.
Wichtig ist, so der Psychologe Stefan Drewes in der Netzzeitung, sich nicht „an Bildern festzuhalten“. In Filmen, ob sie nun aus Hollywood oder aus einer Pornoklitsche sind, ist immer alles perfekt – in der Realität, das wissen nun wirklich alle, geht manchmal etwas schief - auch bei der Lust. Warum auch nicht? Ein schöner Abend sollte ein „schöner Abend“ bleiben – und irgendwie kann man sich das Leben gegenseitig immer lustvoll versüßen.
Das gilt im Übrigen auch für sexy Dessous - Marthe Kniep, ebenfalls Fachfrau bei sexuellen Fragen, rät, dass diese vor allem zur Stimmung passen müssten – und das ist in der Tat ganz wichtig: Guter Sex entsteht meist dann, wenn Lüste, Körper, Düfte, Dessous und die Örtlichkeit zusammenpassen.
Eines will ich noch mit auf den Weg geben: Geben ist sinnvoller als Nehmen. Wer es einem anderen Menschen „schön macht“, ist immer begehrter als jemand, der nur an seine eigene Lust denkt – und das gilt gewiss für Männer und Frauen.
Bild © CC 2008 by stylish jo
Kategorie(n): Sex & Partnerschaft, Erotik
veröffentlicht am: 6. November 2008 (RSS 2.0, trackback)















