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Ist Online-Dating ein Viehmarkt?

Heute komm ich euch mal wieder sehr seriös – es wurde ja auch Zeit, nicht wahr? Die Rede sei also vom Viehmarkt. So jedenfalls wird das Online-Dating offenbar von manchen Kunden wahrgenommen – oder besser: von manchen Kundinnen. Diese Aussage zitierte der Soziologe Kai Dröge gegenüber der „Osnabrücker Zeitung“.

Nun ist die Sache nicht ganz so einfach, denn auf einem Viehmarkt kauft der Bauer seine Sau, nicht seine Frau. Mit anderen Worten: Die Sau kann nicht entscheiden, ob Bauer Fritz oder Bauer Fratz sie kauft. Insofern verbieten sich alle Vergleiche mit Tier- und Fleischmärkten: Die seriösen Seiten für das Kennenlernen sind weder Online-Puffs noch Frauenkaufhäuser. Übrigen sind sie auch keine Männeranproben oder Versandhändler für lebende Dildos. Wer so denkt, sollte sich an den gängigen Fleischtheken wie Abschleppbars orientieren oder wahlweise im Bordell oder bei einer Escort-Agentur buchen. Dort bekommt frau/man das Fleischliche des Tages geboten – ohne jede Verbindlichkeit.

Nein, der Markt der Partnersuche ist nur deshalb ein „Markt“, weil sich dort Angebot und Nachfrage treffen. Wenn ein Kreis potenzieller Partner/innen rar ist, dann steigt der Einsatz – ist hingegen ein Überangebot da, dann fallen einem die Partner gewissermaßen in den Schoß. So herrscht beispielsweise stets ein Mangel an bindungswilligen Frauen mit Familiensinn zwischen 26 und 35, ebenso wie Männer über 50 mit „eigenem Haar“ und gutem Einkommen „weggehen wie warme Semmeln“, wie es einmal eine Heiratsvermittlerin ausdrückte.

Also dann: Nein, ihr seid nicht auf einem Viehmarkt – solange ihr euch nicht anpreist oder gar benehmt wie das Vieh. „Markt“ und „Liebe“ passen nämlich hervorragend zusammen – solange nicht der eine Teil nur Käufer, der andere nur Verkäufer ist. Dann heißt das, was sie tun, Prostitution.

Bild: Nach einem Relief “Markthuren” © 2012 bei Liebesverlag.de

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Flirttipps im Alltag, Flirttipps online
veröffentlicht am: 11. August 2012 (RSS 2.0, trackback
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