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Was steht wirklich im Buch: „Shades of Grey“?

Der FlirtXpert ist eine der ersten deutschen Publikationen, in denen der Weltbestseller besprochen wird, der am 9. Juli offiziell in den Buchhandlungen erhältlich ist. Mein Exemplar von „Fifty Shades of Grey“ liegt seit heute auf meinem Schreibtisch. Es wird nicht lange dort liegen, denn es taugt nicht viel.

Ich habe es geahnt: „Shades of Grey“ ist eine Art Aufguss aus zahllosen nichtssagenden Internet-Geschichten um eine Frau, die lernt, wie schick es ist, unterworfen, gedemütigt und bestraft zu werden.

Womit klar wäre, die die Sache gestrickt ist: Die Autorin hat viel gelesen – hier ein bisschen Soft-Pornografie, dort ein bisschen Hardcore. Die Geschichte als solche gibt kaum etwas her. Ein reicher Mann, der weiß, was er will, eine Frau, die unsicher darüber ist, was sie will und die erst einmal in eine Welt schmerzhaft-erotischer Faszination eintaucht. Am relativ kitschigen Ende weiß sie es immer noch nicht. Nun, wen sollte es wundern?

Ich schlage Seite 378 und lese diesen Satz:

Sie haben einen unfassbar sexy Arsch, Miss Steele. Und ich habe zahllose Ideen, was ich damit gerne anstellen würde.

Was kann man, halbwegs den Anstand wahrend, mit einem sexy Hintern anstellen? Weil dies nie so ganz klar wird, und weil die Autorin wohl doch einen Restanstand wahren muss, um das Buch durch die Zensur zu bringen, ist es nicht viel. Sagen wir: nicht viel für Hartgesottene. Nicht viel, um die Fantasien der Fantastischen zum Kochen zu bringen. Eine Hausfrau wird es lesen, oder eine Sekretärin, und sie wird es vielleicht unendlich erotisch finden. Dennoch: Bei einigen der Leserinnen, die selbst erfahren haben, was es heißt, wenn sich Lust und Schmerz vereinen, wir sich das Buch merkwürdig schal lesen – und bei anderen, die es nachts in leeren Betten lesen, wird es nicht detailliert genug sein, um die Emotionen zur Rotglut zu bringen.

So ist das Buch, was es ist – nicht viel wert, aber dennoch ein Bestseller. Bestseller wenden sich selten an Menschen, die etwas an sich heranlassen wollen und wirklich emotional berührt sein wollen. Kaum jemand wird die Schläge beim Lesen körperlich spüren … und so ist dies eine piekfeine erotische Unterhaltungsliteratur für Damen, die im Urlaub ein bisschen frecher träumen wollen als sonst.

Bild: © 2012 by liebesverlag.de

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Erotik, Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 6. Juli 2012 (RSS 2.0, trackback
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