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Matchingpunkte? Nett, aber kein Evangelium

Heute bin ich wieder einmal mit einem Irrtum konfrontiert wurden: Da beklagte sich jemand, dass es offenbar kaum eine Frau für ihn gäbe, weil er bei einer Partneragentur niemals die „vollen Matchingpunkte“ erreichen würde, ja, es sei sogar so, dass er nicht einmal zwei Drittel dieser wertvolle Punkte zusammenbringen würde. Erst neulich erklärte mir eine Dame, sie würde immer nur Männer mit gegen 80 Matchingpunkten vorgeschlagen bekommen – deshalb habe sie noch niemanden geschrieben. Sie hoffe nun aber, demnächst doch wenigsten einen Mann mit 95 Matchingpunkten zu treffen.

Wer nicht weiß, was ein „Matchingpunkt“ ist: Das ist eine Art Übereinstimmungsmaßstab, den Partneragenturen (Online-Partnervermittler) verwenden.

Beide machen einen entscheidenden Fehler: Menschen muss man begegnen, gleich, wie viele „Matchingpunkte“ die computerisierte Auswertung nun ergeben hat. Ich gebe euch ein Beispiel: Ich kann ja angeblich prima mit einer Frau übereinstimmen, die mit meinen Persönlichkeitseigenschaften völlig harmoniert – doch wenn sie „von Haus aus“ einen anderen Lebensstil kennt als ich, und diesen auch nicht aufgeben will, was habe ich dann gewonnen? Ich bin viel besser beraten, wenn ich die Frau treffe, mit deren Persönlichkeitseigenschaften ich nicht so toll harmoniere, die aber die soziale Ebene kennt, auf der auch ich aufgewachsen bin. Ähnlich ist es mit den Zukunftsvorstellungen: Wird meine Partnerin an der väterlichen Scholle kleben oder mit mir nach Ho-Chi-Minh-Stadt gehen, um dort Deutsch zu unterrichten? Wer glaubt, dass diese Frage nicht relevant ist: Einigen Freunden von mir ging es ähnlich – und manche folgten ihren Freundinnen oder Freunden, während sich andere trennten.

Man sieht also: Es gibt ein Leben, indem Matchingpunkte eine nette Beigabe sind, aber kein Evangelium. Wer dieses Leben führen will, sollte auf seine eigenen Prioritäten schauen und nicht darauf, wer die höchsten Matchingpunkte hat.

Bild: Historisches Gemälde, “Die Kupplerin” – um die Lautenschlägerin zu bekommen, brauchte man allerdings keine “Matchingpunkte”, sondern Dukaten.

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Psychologie, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 26. September 2011 (RSS 2.0, trackback
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