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Statt Cowboy als Mann nun Ossi als Mann?

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Die BILD-Zeitung will bereits einen Trend erkennen: Westdeutsche Frauen suchen nicht mehr „‘nen Cowboy als Mann“, sondern „‘nen Ossi als Mann“.

Grund für die BILD-Schlagzeile ist vor allem eine neue Kuppelshow – diesmal hat sich das ZDF aufgemacht – und zwar mit einem billigen Klischee: Ossis sind so, Wessis sind anders. Die Sendung heißt „Wo die Liebe hinfährt“ und wird möglicherweise als die langweiligste Kuppelshow in die Fernsehgeschichte eingehen. Grund für die BILD-Euphorie ist zweierlei: erstens die Aussage einer Teilnehmerin, dass bei ihr nur ein Ossi ins Bett kommt und zweitens die Meinung einer gewissen Christine Baumann, die irgendwo Psychologin ist und einen Trend festgestellt haben will: „Go east, young women“. Woher der kommt, weiß die Psychologin auch: „Seit der Wende sind vor allem beruflich gut ausgebildete Frauen in den Westen gezogen, um neue Perspektiven zu finden. Darum herrscht in Ostdeutschland jetzt Frauenmangel“.

Der „Frauenmangel“ ist nun allerdings noch kein Grund, 10 Frauen in einem Nostalgiebus als „Nothilfe Ost“ von Köln nach Schwerin zu karren, wie es das ZDF tat – mit Nina Deißler, der deutschen Flirtexpertin, als Begleiterin. Warum die Expertin die Reise allerdings begleitete, wird nicht recht deutlich: Um eine paar Männerfotos herumzuzeigen, die es während einer Pinkelpause zu sehen gab, hätte man eigentlich keine Flirtexpertin gebraucht.

Man legte beim ZDF angeblich Wert darauf, kein „Bauer sucht Frau“ zu machen, also keine Peinlichkeiten zu zeigen. Um dies zu verwirklichen, kamen lauter geschniegelte und gebügelte, biedermännisch anmutende Männer aus Schwerin vor die Linse und deswegen wurden zwei Experten mit eingebaut. Doch was nicht offenkundig peinlich war, wirkte umso peinlicher durch die Gängelung: Erinnerungen an Kindergarten und Schullandheimaufenthalte wurden wach: Jetzt dürft ihr die Bilder sehen, jetzt ziehen wir ein, jetzt dürft ihr mit euren Partnern Ausflüge machen.

Das Internet bietet Frauen und Männer längst die Möglichkeit, nahezu beliebige Entfernungen in der Liebe zu überwinden – und zwar schneller und effektiver als mit einem Frauentreck im Nostalgiebus. Sendungen wie „Wo die Liebe hinfährt“ sind also völlig überflüssig, und so bleibt am Ende die Frage: wozu das ganze Gedöns?

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 13. Juli 2009 (RSS 2.0, trackback
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