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Ansprüche an die Liebe?

Ja, es ist wahr: Das mit den Ansprüchen hatten wir schon öfter. Inzwischen aber vergeht kein Monat mehr, in der nicht irgendein Kolumnist feststellt: Die Ansprüche, die wir an die Liebe haben, sind nicht realistisch.

Das waren sie allerdings nie, nur hat dies in den den letzten 3000 Jahren der Menschheitsgeschichte keine entscheidende Rolle gespielt. Man hat sich so durchlaviert durch Leben. Männer sangen von der Liebe in höchsten Tönen, Frauen wurden mal gegen klingende Münze verkauft, verkauft, mal musste der Papi eine immense Mitgift zahlen, um sie loszuwerden. Das waren die Deals. Aber Liebe? Das gute Bürgertum erwartete von den Töchtern, die übliche Lüge: „ja, es sei die große Liebe“. In Wahrheit war es ein Geschäft zwischen dem Papi und dem neuen „Besitzer“, mit genauer Vermögensübergabe.

Alsdann: Heute wollen sie aus Liebe heiraten, aber es soll nicht einfach eine Liebe sein, sondern eine bombastische Liebe. Das Beste, so wollen viele Autorinnen und Autoren wussten, sei der Feind des Guten, und also würden alle nur nach dem Einen oder der Einen sterben. Das schrieb ich schon oft, ich weiß. Aber habe ich auch schon oft geschrieben, dass diese Suche nach „dem Einen“ oder „der Einen“ das Blödeste ist, was man machen kann? Ein Soziologe, Dr. phil. Rüdiger Peuckert, sieht die Beziehungen für Deutschland pessimistisch:

„Je mehr Brüche in Beziehungen Menschen erleben, desto skeptischer werden sie; die Angst vor dem Scheitern steigt. Gleichzeitig explodieren die Ansprüche an eine Beziehung … der Zuwachs der Scheidungsraten hat auch damit zu tun, dass die Paare subjektiv immer mehr voneinander verlangen: dem immerwährenden Honeymoon der expressiven Erfüllung.“

Das stimmt, aber es beruhigt nicht, denn spätestens wenn die Paarverweigerer, die heute überwiegend zwischen 30 und 40 sind, einmal einsame alte Jungfern oder Hagestolze sein werden (selbst wenn sie sexuell noch Trösterchen finden), dann wird die Jugend sehen: Stopp mal, diese Alten sind doch wirklich ganz schön blöd gewesen in ihrem Leben. Ansätze dazu gibt es bereits – ich persönlich warte nur darauf, dass die Generation Selbstsucht eines Tages im Fernsehen auftritt und über das jammervolle Leben einer alternden alleinstehen Frau lamentiert. Schuld, so bin ich fast sicher, werden dann die anderen sein.

Zitatenquelle Dr. phil. Rüdiger Peuckert: FREITAG

Bilod &ocpy, 2009 by Alakan Dude

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Psychologie, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 3. Dezember 2010 (RSS 2.0, trackback
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