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Auswahl ist ganz schlecht, oder?

Die Presse wird von Tag zu Tag einfältiger. Immer wieder werden die naivsten Nachrichten aus der Wissenschaft abgeschrieben, mit reißerischen Überschriften versehen und dann massenhaft von Medien verbreitet, die eigentlich gar keine Ahnung davon haben, worum es eigentlich geht.

In fast allen Zeitungen und Internet-Gazetten kamen vor ein paar Tagen Artikel heraus, die sinngemäß aussagten: Je mehr Partner zur Wahl stehen, umso unwahrscheinlicher ist es, dass wir einen finden.

Dieses Allgemeinplätzchen ist natürlich uralt, und jeder simple Fernsehverkäufer lernt es: Kundenwünsche feststellen, dann gezielt auf zwei, höchstens drei Fernsehgeräte zusteuern und eines davon verkaufen.

Nun also kommt die Forschung angetrabt und erzählt uns, dass wir Probleme haben, wenn die Auswahl zu groß ist. Das ist nicht neu, nicht wahr? Wer aber nun genau hinguckt, der bemerkt folgendes: Die einzige Gemeinsamkeit der „Auswahl“ bestand offenbar darin, dass alle „irgendwie“ einen Partner suchten und sich deshalb zum Speed-Dating angemeldet hatten. Ja, meinten die Forscher, wenn große Alters-, Größen- Berufs- und Bildungsunterschiede bestehen würden und es ziemlich viele Kandidaten gäbe, dann viele die Wahl wohl schwer … toll, nicht wahr?

Leute, die ihr da in euren Redaktionen herumlümmelt, versucht doch bitte mal, euch in die Materie hineinzudenken, bevor ihr irgendwo irgendetwas abschreibt, was weder Hand noch Fuß hat. Denn wenn ich eine Wundertüte kaufe, dann habe ich keine Auswahl, sondern bestenfalls einige Möglichkeiten, die ich allerdings sehr sorgfältig überprüfen muss, bevor ich davon etwas genieße. Eine Auswahl habe ich dann, wenn ich unter verschiedenen nahezu gleichwertigen, auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Angeboten wählen kann – wie dies eben bei Partneragenturen der Fall ist (oder sagen wir mal: oftmals der Fall ist).

Nicht zuletzt, Freundinnen und Freude: Wer hat denn schon die „große Auswahl“? War es nicht am Ende immer so, dass wir uns zwischen zwei, bestenfalls drei Menschen wirklich entscheiden mussten, bevor wir eine Bindung eingegangen sind?

Dies war noch einer von den Artikel, in denen wenigstens richtig übersetzt wurde: Die Welt

Das Original hatte übrigens folgenden Titel: “Vielfalt ist verwirrend bei der Partnerwahl

Titelbild © 2009 von Seeds Of Peace

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Beziehung & Partnerschaft, Psychologie, Rund um die Liebe
veröffentlicht am: 3. März 2011 (RSS 2.0, trackback
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