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Seitensprünge: Empören, aber nie gestehen!

schon ein seitensrpung?

gefahr für die ehe?

Nein, wir sind nicht alle Untreue gewesen in unseren Ehen, Beziehungen oder was wir sonst noch hatten. Ein Restbestand von vielleicht 20 Prozent, bestenfalls aber um die 60 Prozent von uns war tatsächlich immer treu.

Warum die unterschiedlichen Zahlen? Weil man sich nicht so ganz klar ist, was „treu sein“ eigentlich bedeutet. Was ist mit heftigem Flirten oder Cybersex? Sind Bordellbesuche Seitensprünge? Ist Mund- oder Handverkehr ein Seitensprung? Sind Eskapaden mit Bi-Freundinnen Seitensprünge? Ja, kann man eine einmalige „intime Begegnung“ mit einer anderen Person als der festen Freundin/Verlobten/Ehefrau (kann alles ins Männliche umgekehrt werden) als „echten“ Seitensprung bezeichnen?

Der österreichische Kaiser Franz Joseph kannte dergleichen Skrupel nicht – er pflegte seine Freundinnen in den frühen Morgenstunden zu begatten, sozusagen bettwarm. Wenn man sich heute aufregt, dass ein paar Versicherungsvertreter oder Bausparkassenberater sich mit Huren amüsieren duften, grenzt dies schon fast an die Ausschüttung von giftiger Moralinsäure, um beim Volk Empörungseffekte anzuheizen.

Die einschlägige Skandalpresse, die sich früher mal „bürgerliche Presse“ nannte, vergisst dabei vor allem, dass sich nicht nur Männer, sondern auch Frauen inzwischen Lover kaufen, mieten und halten. Sie sehen nicht – oder wollen nicht sehen – wie sehr sich das Frauenbild verändert hat. Natürlich gehen Frauen nicht ins Männerbordell – so etwas gibt es ja kaum. Aber sie halten es wie der viel geliebte österreichische Kaiser: Ab und an muss mal ein bisschen erotisch genascht werden. Zwar nicht zwischen fünf und sechs Uhr morgens, wie der Kaiser, aber dafür vielleicht kurz nach einem frühzeitigen Dienstschluss.

Geht es wirklich um Moral? Natürlich nicht – es geht darum, jeden, der erwischt wird, öffentlich vorzuführen, weil dies die Auflage steigert und die Bürgersfrau bei der Frühstückslektüre mal wieder dicke Backen der Empörung machen kann. Jedenfalls solange sie ihrem Mann ihre eigenen Seitensprünge nicht gesteht – aber keine Angst – Frauen tun so etwas ja fast nie. Nicht die Seitensprünge sind gemeint, versteht sich, sondern die Geständnisse.

Anmerkung: Die Zahlen sind je nach Erhebung sehr unterschiedlich und unzuverlässig, weil die Befragten erstens gerne lügen und zweitens unterschiedliche Vorstellungen von “sexueller Untreue” haben.

Benutze Quelle: “Frühere Verhältnisse”, Wien 2010
Bild © 2011 by liebesverlag.de

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von Gebhard Roese (alle Beiträge ansehen)
Kategorie(n): Psychologie, Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 15. Dezember 2011 (RSS 2.0, trackback
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