Blind Date – Inquisition und Fragen mit Haken und Ösen
Auch Blind Dates können – trotz aller guten Vorsätze – einmal ziemlich schief laufen – jedenfalls, was die Gesprächsführung angeht. Manchmal kann man die Situation noch retten – aber manchmal ist eben alles so verfahren, dass nichts mehr geht.
Kann man solche Situationen vermeiden? Wie kann man noch rettend eingreifen?
Vorbeugen ist besser als heilen.
Wer gutwillig ist, offene Fragen stellt, sich bemüht, ehrlich und humorvoll zu bleiben, dem kann eigentlich nichts Schlimmes passieren.
Wichtig ist: Selbst gar nicht erst Fragen zu stellen, die nach Inquisition klingen oder in deren Beantwortung man sich verstricken kann.
Hier die schlechtesten Sachen, die dir passieren können (aktiv wie passiv):
- Fragen Stellen wie aus einem Maschinengewehr. Antworten kaum abwarten. Neue Fragen stellen.
- Einengen, angebliche Schwachpunkte suchen und darauf herumreiten.
- Fragen stellen, die sich nicht in einfacher Weise ehrlich beantworten lassen – aber kurze Antworten verlangen.
- Alternativfragen stellen.
- Ständig „warum?“ fragen.
Natürlich ist es schwer, darauf in der Kürze wirklich einzugehen. Bei der Ziffer drei hier fällt mir die echte Gretchenfrage ein: „Wie hältst du es mit der Religion?“ Faust antwortet ehrlich, aber ausweichend. Margarethe will eine klare, einfache Antwort. Heute würde man vielleicht als Gretchen fragen: „Wie hast du dir dein zukünftiges Leben vorgestellt?“ – Ich hoffe, ihr fragt niemals so – jedenfalls nicht beim ersten Date.
Stellt jemand solche Fragen mit Haken und Ösen „aus Versehen“, was manchmal vorkommt, weil man ja nervös ist oder keine Begabung für die menschliche Kommunikation hat, so hilft Humor.
Auf die Frage, die ich hier aufgeworfen habe („wie stellst du dir dein zukünftiges Leben vor“) kann man antworten: “Oh, das wird auch ein wenig davon abhängen, wenn ich jetzt treffe – wie ist das eigentlich bei dir?“
Ist jemand inquisitorisch und hinterhältig, dann antwortet er jetzt: „Du hast meine Frage nicht beantwortet“, oder „ich habe dich zuerst gefragt“. Weitere rhetorische Tricks: In die Enge treiben, beispielsweise so: „Hast du keine eigenen Pläne – ich meine, wenn du es davon abhängig machst, wenn du jetzt treffen wirst?“
Wenn ständig solche Tricks verwendet werden, gibt’s nur eines: Das Date möglichst bald und äußerst höflich in die Wüste zu schicken. Du hast etwas Besseres verdient als ein Verhör.
Morgen noch einmal zum Thema: Einen Korb geben oder mal abwarten?
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Bild © 2008 by chi-ryu
Kategorie(n): Flirttipps im Alltag
veröffentlicht am: 15. Juli 2008 (RSS 2.0, trackback)



