Mutter Natur schleudert Hormone – und was machen wir damit?
Die Wissenschaft sagt uns beinahe täglich, was wir tun müssen, um einen passenden Partner zu finden – und täten wir wirklich alles, dann würden wir mal vor- und mal zurückrudern – aber vom Fleck kämen wir nie.
Jenseits von den Wissenschaften der Partnerwahl sitzen die Piraten von Mutter Natur und reichen unser Blut mit Hormonen an – und dann bekommen die Jungs eben Plüschaugen und Beulen in der Hose und ein paar Gedanken, die wie zwecks Wohlanständigkeit lieber mal zur Seite legen. Inzwischen so sind auch die Mädchen nicht mehr die reinsten Engelein, sondern auch ihnen macht die Piratenarmee zu schaffen: Der Körper will immer irgendetwas, und immer genau dann, wenn man nicht so recht drauf vorbereitet ist.
Es ist eben nicht alles so, wie die Herren Doktoren es in ihren Laboren erforscht haben: Der Mann nimmt sich nicht die schönste Blondine mit dem richtigen Hüft-Becken-Verhältnis, sondern sucht sich eine Frau, die zufälligerweise in seiner Nähe ist und die eben auch gerade Lust hat, sich zu verlieben. Genau genommen fragt die Natur überhaupt nicht nach Übereinstimmung, sondern danach, ob sie gerade einen halbwegs passenden Mann auf eine in etwa passende Frau bringt, um eine Kopulation zu ermöglichen.
Frau und Mann haben dann das Gefühl, verliebt zu sein und sind es vielleicht auch wirklich. Ein Mann, eine Frau, eine Gelegenheit, ein paar Gläser Alkohol, und dann „Sex haben“ – das geschieht jeden Tag, und niemand kann es verhindern. Verhindern kann man allenfalls die Folgen.
Die Natur hat nicht eingeplant, dass wir vielleicht gerne 10, 20, 40 oder noch mehr Jahre zusammenbleiben würden. Sie kann auch gar keinen plausiblen Grund finden, dies zu tun. Die Einzigen, die es tun können, sind wir – und zwar mit unserem Verstand. Wen man Gemeinsamkeiten findet und diese auch gegen zeitweilige Lebensprobleme verteidigt, dann kann etwas daraus werden – und sonst eben nicht.
Liebe? Oh ja, die gehört dazu. Nur darf man nicht erwarten, dass gleich beim ersten Blind Date Schmetterlinge im Bauch herumtanzen – diese Erwartung ist einfach teenagerhaft. Wenn man fühlt, man könnte ein Leben zusammen gestalten, dann wächst auch die Liebe nach. Wenn man aber nichts als Schmetterlinge im Bauch hat, dann bleiben die Gemeinsamkeiten oft auf der Strecke – und dann heißt es nach einiger Zeit wieder: „Ich gerate immer an den Falschen“.
Foto © 2009 by admire time
Kategorie(n): Sex & Partnerschaft
veröffentlicht am: 29. Juli 2009 (RSS 2.0, trackback)



